Worauf habe ich die ganze Zeit gewartet?

25.9.16

IMG_5101_1

Man verlernt es, bunte Kleider zu tragen. Nach den Sternen zu greifen. Von der großen Liebe zu träumen. Auf Bäume zu klettern. Zum Mars zu schaukeln. Die kleinen Dinge wert zu schätzen.

Worauf warte ich eigentlich?
Als ich mich kürzlich bei einem Freund beschwerte, dass ich zu nichts komme, obwohl ich so viel machen möchte, fragte er mich: "Warum tust du es nicht einfach?" Aus Angst? Zweifel? Keine Zeit? "Nimm dir die Zeit." Das weiß ich doch. Aber dann wird aus den Dingen, die man gerne machen würde, eine Aufgabenliste auf seiner App. "Bucketlist". Häufen sich, werden zu einem riesigen Berg. Sind es dann plötzlich nur noch Punkte zum Abhaken? Irgendwann werde ich schon dazu kommen. Bloß eine Ausrede. Das weiß ich doch. Ist mir bewusst. Und doch werde ich morgen das Gleiche tun.

Warum gibt man sich nicht einen Ruck? Machen, statt bloß davon zu reden. Wovor fürchte ich mich denn? Mir wird klar, dass das nicht so bleiben kann. Ich möchte lernen dem Gefühl der Unsicherheit vertrauter zu sein. Zuversichtlicherer bei Ungewissheit. Nicht weglaufen, wenn es mal nicht leicht wird. Mich mit meinen Gefühlen und Wünschen auseinandersetzen. An mir zu arbeiten, damit ich jedem Tag meinem zukünftigen Ich, das ich werden will, ähnlicher werde. Meine Ziele verfolgen. Schlechte Angewohnheiten ablegen. Weniger sagen, dass ich es sowieso nicht kann und es wenigstens versuchen. Meine "ich wollte" in "ich will und werde" verwandeln.

Wenn man nur darauf hofft, dass es irgendwann mal klappen wird, fängt man an zu stagnieren. Dabei sollte man doch immer weiter wachsen. Ein bisschen ist genug. Und inzwischen bin ich schon aus den bunten Kleidern meiner Kindertage raus gewachsen. Jene Kleider mit hübschen Blümchen und Schleifen und Tüll. Trage jetzt schwarz. Wirke älter, reifer, erwachsener.
Nichtsdestotrotz habe ich mich in mancher Hinsicht kein bisschen verändert, denn ich habe nie aufgehört nach den Sternen zu greifen oder von der großen Liebe zu träumen. Und nicht selten sieht man mich auf einer Schaukel bei dem Versuch den Mars zu erreichen. Denn wenn ich es will, dann schaffe ich es auch.

Ich drückte den Knopf. Nicht morgen oder in einer Woche, sondern jetzt, genau in diesem Moment. Musste lächeln. Worauf habe ich die ganze Zeit gewartet?

IMG_5082_1 IMG_5051_1 IMG_5077_1 IMG_5100_1
Kleid Nelly | Heels Asos | Clutch C&A | Ketten F21

You Might Also Like

3 Gedanken

  1. Toller Post mit einem schönen Gedanken!
    Im Aufschieben bin ich nämlich auch ziemlich gut und komme zu nichts.
    Aber die Schule und dann noch krank sein vermiest einen seine Projekte auch ganz schön.
    Erwischt, schon wieder eine Ausrede ^^ So motivierende Texte mit träumerischen Aspekten wie deine lese ich total gerne :)

    Auch das Kleid gefällt mir gut, da der Stoff so fließend aussieht :)

    Alles Liebe, May von Mayanamo

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke dir :)
      Ich auch, man findet immer irgendeine Ausrede. Aber manchmal muss man einfach mal anfangen, denn der Anfang ist bekanntlich ja das schwerste ;)

      Alles Liebe <3

      Löschen
  2. Das ist mal wieder ein unglaublich schöner Text von dir! :) Besonders die ersten Zeilen haben es mir angetan! :)

    Ich könnte mich manchmal selbst Ohrfeigen, wenn ich zurückdenke, wie viele Möglichkeiten vor mir weggeschwommen sind, weil ich sie jedes Mal erneut aufgeschoben habe. Und ich habe erst viel später begriffen, dass ich manchmal besonders vor größeren Dingen einfach nur Angst hatte den Aufgaben nicht gewachsen zu sein. Ich glaube, wenn man das "Warum" begriffen hat, sehen all die Hürden schon gar nicht mehr so groß aus!

    Ich wünsch dir noch viel Erfolg bei all den Dingen, die du dir vornimmst und vielleicht treffen wir uns ja mal auf dem Mars ;)

    Wünsch dir einen schönen Sonntag! :)

    AntwortenLöschen

Schon im Voraus: danke für den Kommentar :*

Subscribe