Weil wir keine perfekten Roboter sind.

14.9.16

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Wir leben in einer Zeit des Perfektionismus'.
Strahlende Schönheiten, ideale Leben. Überall sehe ich Kataloge, Hochglanzmagazine. Photoshop vom Feinsten. Bilderbücher mit zauberhaften, beneidenswerten Traumwelten. Schaue sie mir gerne an, stöbere eine Weile herum. Doch nach einem Bruchteil der Sekunde, sind sie auch wieder verschwunden. Das Interesse, die Aufmerksamkeit. Denn es gibt sie im Überfluss. Jeder für sich und doch nur ein winziger Teil im überdimensionalen Gemisch, der aus der Ferne wie ein einziger Farbklecks aussieht. Mich berühren sie nicht, ich denke nicht darüber nach. Vielleicht haben auch die wenigstens Menschen heutzutage Zeit zum Reflektieren. Man scrollt durch die in Szene gesetzten, mühevoll angerichteten Bilder. Weiß, was im Trend und wie schön es woanders auf der Welt ist. Doch sie halten mich weder in ihrem Bann, noch werde ich morgen noch daran denken. Weil sie mich nicht berühren.

Mich berühren Texte. Texte, über eigene Erfahrungen, Empfindungen, Erlebnisse. Wie man mit all den Eindrücken, die an einem Tag auf einen einwirken, zurechtkommt. Das Leben, das jeder hat, bewältigt, irgendwie, auf seine Weise. Denn es ist nicht immer bloß eine heile Welt, in der wir leben. Nicht jedem geht es immer gut. Wenn überhaupt. Genau das ist es doch, was uns menschlich macht. Gefühle. Und es sind die tiefsten Löcher in unserem Leben, die uns am meisten prägen und uns voran treiben lassen. Weil wir uns davon erholen und stärker hervorgehen. Weil wir diese zu einem Teil unseres Selbst machen. Weil wir dadurch mehr zu uns selber finden. 

Deshalb finde ich all diese Bilder für einen Moment wunderbar. Doch was mich wirklich fesselt sind Worte. Jene, die mein Herz berühren und mir Tränen in die Augen treiben lassen. Denn es gibt Situationen, da schaffe ich es selbst nicht, die richtigen Wörter zu finden. Umso überraschter bin ich dann, wenn jemand anderes es schafft, genau das auf's Papier zu bringen. Worte, die nicht in Worte fassbar waren, nieder zu schreiben. Beeindruckend. Faszination. Bilder sind schön anzusehen, doch sie sagen nicht immer mehr als Worte. Besonders dann nicht, wenn sie nur das Schöne zeigen, nicht der Realität entsprechen. Oftmals steckt viel mehr dahinter. Weil wir keine perfekten Roboter sind. Weil wir Menschen sind.  

Blogvorstellung


Aus diesem Grund wollte ich euch heute einen Blog vorstellen: VJOLER.
Ich habe sowas schon sehr lange nicht mehr gemacht, aber hier konnte ich gar nicht anders. Weil ich jeden Text für sich so wundervoll finde. Vioals Schreibstil und wie sie mit einzelnen Wörtern jongliert. Weil mich ihre Einträge inspirieren und ich mir da auch gerne die Zeit nehme, ihn zu lesen. Dabei jedes einzelne Wort verschlinge und euch das keinesfalls vorenthalte wollte. Ihre Fotos sind dabei richtig schön und unterstreichen den Charakter ihrer Texte. Ihr Blog ist einfach so authentisch, dass ich mich sofort verliebt habe. Schaut doch gerne bei ihr vorbei! Hier eine Kostprobe:
Ich saß Zeit ab, ertrug Menschen. Plante die Zukunft und war verloren in der Welt voller Träume. Es war mehr Denken als Handeln und ich lebte vor mich hin. Drei Jahre später sind Menschen, die irgendwann mal Freunde waren, plötzlich nur noch irgendwelche Bekannte. Jemand der von hundert Prozent Priorität zu einem irrelevanten Niemand meines Lebens wurde. Und andere Menschen, die damals mein Herz höher schlagen ließen, hab ich verloren in den Gassen Berlins. Menschen kamen und gingen, manche Traten in mein Leben, spielten kurz Besuch und manche blieben. Captain Morgan wurde durch Gin Tonic ersetzt. Meine Gedanken haben sich mehr sortiert und das Leben bekam mehr Struktur. Herzklopfen kann ich mittlerweile besser bändigen und ich hab es irgendwie gelernt Prioritäten zu setzen. Ich denke mehr nach, obwohl mir der Leichtsinn stets noch als Wegbegleiter beiseite steht. Ich hab neue Geschichten geschrieben – und manche bereits schon wieder vergessen.

In den drei Jahren gelernt: Dinge irgendwie durchzuziehen. Erinnerungen einfangen. Verarbeiten. Wegstecken. Draus lernen. Weitermachen. Inspiriert werden. Inspiriert sein. Und dann: Das eigene Ende malen. Und es zum Anfang machen. 

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6 Gedanken

  1. Oh, ich liebe Vjoler auch so sehr! Daran hast du mich gerade erinnert, denn in meinem Bloglovin schien sie untergegangen und ich habe lange nicht mehr bei ihr vorbei geschaut! Das werde ich jetzt gleich ändern:)

    Und btw: Du schreibst auch ganz wundervoll berührende Texte.

    Liebst, Seline
    http://selscloset.com

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  2. Ohh .. ich freu mich wirklich wahnsinnig darüber! Das ist super lieb von dir und danke für die tollen Worte!
    Ich schließe mich dem Kommentar über mir nur an: Du schreibst auch super! :)

    Ganz liebe Grüße,
    Viola

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  3. Das hast du sehr schön geschrieben! Und ich kann dir nur recht geben: ich mag solche Blogs auch am liebsten. Gibt viel zu viel Einheitsbrei dort draußen im Internet!

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    1. Ach und noch zu deinem letzten Kommentar (ganz übersehen! Upps..)

      Na ja, man darf natürlich nicht vergessen: ich rede hier vom Profi Bereich. Ich sehe durchaus auch, dass im Hobbybereich das mit den erotischen Fotos ein bisschen anders ist... was man da alles zu Augen bekommt! XD
      Aber im Profibereich und mit Models die wirklich hauptberuflich als Models arbeiten läuft die Sache natürlich anders. Je nach Körperbau werden viele auch niemals für Unterwäschejobs gebucht. Da muss man auf gut Deutsch nämlich schlank sein und dann noch ordentlich Vorbau haben...
      Die Männer, die damit ein Problem haben, haben schon bei ganz harmlosen Shootings ein Problem mit der Sache.

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Schon im Voraus: danke für den Kommentar :*

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